Potenzmittel: die wichtigsten Fakten über die Erektionshelfer

In Deutschland ist jeder fünfte Mann im Laufe seines Lebens von Erektionsstörungen, wie einer erektilen Dysfunktion, betroffen. Dennoch ist das Thema Erektionsprobleme in weiten Teilen der Bevölkerung mit einem Tabu belegt und die Betroffenen leiden teils stark unter ihrer Potenzstörung. Erfahre hier die wichtigsten Fakten über Erektionshelfer.

Was sind Potenzmittel und welche Arten von Potenzmittel gibt es?

Unter einer erektilen Dysfunktion wird eine Sexualstörung verstanden, bei welcher der Mann trotz vorhandener Libido über einen länger andauernden Zeitraum bei sexueller Erregung nicht in der Lage ist, eine Erektion des Penis zu erreichen oder diese während des Geschlechtsverkehrs zu erhalten. Ein normales Sexualleben ist für Betroffene nicht mehr möglich. Erektionsstörungen, die allerdings nur kurzfristig auftreten, werden nicht unter den Begriff der erektilen Dysfunktion gefasst. Häufig wird dann von einer Dysfunktion gesprochen, wenn die Potenzprobleme über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten auftreten und wenn es dem Betroffenen mindestens in zwei Drittel der Fälle nicht gelingt, mit dem Penis einen vollständig erigierten Zustand zu erzielen oder diesen für die Zeit des Geschlechtsverkehrs beizubehalten.

Beim Sex versteift sich das männliche Geschlechtsorgan normalerweise dadurch, dass sich bei sexueller Erregung Arterien öffnen, woraufhin Blut in den Schwellkörper hineinströmt und der Penis sich als Folge dessen aufrichtet. Gleichzeitig werden Venen im Penis verschlossen, damit dass Blut im Glied nicht vorzeitig abfließt und der Penis erschlafft. Bei einer erektilen Dysfunktion ist somit entweder der Bluteinfluss in das Geschlechtsorgan gestört, oder das Verschließen der Venen funktioniert nicht richtig.

Das Auftreten einer erektilen Dysfunktion steht im Zusammenhang mit dem Lebensalter. Besonders ältere Männer sind betroffen, etwa die Hälfte der 60-Jährigen und circa zwei Drittel der 70-Jährigen leiden unter dieser Form der Potenzstörung. Eine erektile Dysfunktion kann sowohl organische, als auch psychische Ursachen haben. In vielen Fällen wird eine Erektionsstörung durch eine Kombination verschiedener Faktoren ausgelöst: Biologische, psychische, interpersonelle oder auch kulturelle Aspekte können dabei eine Rolle spielen. Vor allem mit voranschreitendem Alter liegen jedoch zunehmend körperliche Ursachen für eine Potenzstörung vor.

Allerdings können Erektionsprobleme, die zunächst aufgrund einer körperlichen Störung auftreten, im Laufe der Zeit auch psychisch verstärkt werden. Je nach Ursache der erektilen Dysfunktion können verschiedene Behandlungsmöglichkeiten angewandt werden. In vielen Fällen kommen Potenzmittel bei Erektionsstörungen zum Einsatz, welche die Beschwerden der Betroffenen lindern können.

Als Potenzmittel, oder auch Erektionshilfen, werden ganz allgemein Wirkstoffe sowie Maßnahmen verstanden, die eine erektile Dysfunktion beheben sollen. Dabei klärt die Definition eines Potenzmittels nicht näher, um welche Art von Erektionshilfe es sich handelt. Sowohl mechanische Potenzmittel, wie die Penispumpe, als auch Medikamente und natürliche Potenzpräparate fallen somit unter den Begriff des Potenzmittels. Dieser beschreibt lediglich alle Maßnahmen, die der Steigerung der Potenz dienen. Bei der Art des Potenzmittels lassen sich verschiedene Unterscheidungen vornehmen: Grundlegend kann zwischen verschreibungspflichtigen und rezeptfreien Potenzmitteln differenziert werden.

Bei den verschreibungspflichtigen Medikamenten kann wiederum zwischen einer oralen und einer lokalen Medikation unterschieden werden, wohingegen bei den rezeptfreien Potenzmitteln eine Abgrenzung zwischen diätetischen Mitteln beziehungsweise Nahrungssupplementen und mechanischen Erektionshilfen vorgenommen werden kann. In den folgenden Abschnitten werden die verschiedenen Arten von Potenzmitteln genauer vorgestellt und beschrieben.

Verschreibungspflichtige Potenzmittel: perorale und topische Erektionshelfer

Für Männer, die unter einer erektilen Dysfunktion leiden, bietet die pharmazeutische Industrie verschiedene Potenzmittel an. Bei rezeptpflichtigen Erektionshilfen wird zwischen einer oralen Medikation, bei der Tabletten oder Kapseln verabreicht werden, und einer lokalen Medikation, bei der topisch, mithilfe von Cremes, Injektionen oder Minizäpfchen behandelt wird, unterschieden.

Perorale PDE-5-Hemmer: Viagra und Co.

Einer erektilen Dysfunktion wird in den meisten Fällen durch eine Verabreichung verschreibungspflichtiger Medikamente, sogenannter Phosphodiesterase-5-Hemmer, entgegengewirkt. Diese zählen als Potenzmittel der neuen Generation. Die Phosphodiesterase-5-Hemmer, werden vom behandelnden Arzt verschrieben und sind etwa 30 bis 60 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr oral einzunehmen. Die PDE-5-Hemmer blockiert die Wirkung des Enzyms Phosphodiesterase 5 (PDE-5), welches für den Abbau des Botenstoffs cyklisches Guanin-Monophosphat verantwortlich ist. Dieser Botenstoff entspannt die Gefäßmuskulatur, wodurch die Gefäße vergrößert werden und es zu einer Optimierung des Blutflusses kommt. Durch die Hemmung des Enzyms PDE-5 durch die PDE-5-Hemmer kann wieder ausreichend Blut in den Penis einfließen und eine Erektion beim Geschlechtsverkehr ermöglicht werden. Aufgrund der gefäßerweiternden Wirkung der PDE-5-Hemmer kommen diese auch bei Bluthochdruck sowie gutartigen Prostatavergrößerungen zum Einsatz.

Auf dem Markt sind mehrere zugelassene PDE-5-Hemmer mit vergleichbaren Wirkeffekten erhältlich. Dazu zählen die Wirkstoffe Sildenafil (Viagra und Generika), Tadalafil (Cialis und Generikum), Vardenafil (Levitra und Generika) und Avanafil (Spedra).

Das wohl bekannteste Potenzmittel für Männer stellt Viagra dar. Die blaue Pille mit dem Wirkstoff Sildenafil ist seit 1998 auf dem Markt erhältlich und ist die am besten untersuchte Potenzpille. Die Wirkung von Viagra hält in der Regel zwischen drei bis fünf Stunden an. Im Vergleich dazu setzt Levitra, welches den Wirkstoff Vardenafil beinhaltet, teilweise etwas schneller ein, der Effekt hält jedoch genauso lange wie bei einer Einnahme von Viagra.

Spedra, das den Stoff Avanafil enthält, hat mit über sechs Stunden eine höhere Effektivität als die beiden anderen Präparate.

Cialis mit dem Wirkstoff Tadalafil hingegen weist im Vergleich zu den drei anderen PDE-5-Hemmern eine Langzeitwirkung auf, da bis zu 36 Stunden nach der Einnahme des Potenzmittels noch Auswirkungen zu spüren sein können. Es muss festgehalten werden, dass für manche Patienten eine niedrige Konzentration der Wirkstoffe ausreichend ist, während bei anderen Betroffenen eine höhere Dosierung notwendig ist.

Außerdem können die Wirkstoffe der verschiedenen PDE-5-Hemmer nur eine Erektion begünstigen, wenn der Mann sich im Zustand der sexuellen Erregung befindet. Sildenafil und Co. steigern somit nicht die sexuelle Lust, sondern verbessern lediglich die Fähigkeit zur Erektion. Wenn die für die Erektion zuständigen Nerven im Bereich des Penis irreversibel geschädigt sind, können auch die PDE-5-Hemmer keine Wirkung entfalten. Zudem gibt es weitere Faktoren, die den positiven Effekt der rezeptpflichtigen Potenzhelfer auf die männliche Erektion abschwächen oder komplett zunichtemachen können: So können beispielsweise Alkohol und fettreiche Mahlzeit die Wirkung vermindern. Während Alkohol im Körper dazu führt, dass sich der Penis weniger gut aufrichten kann, verzögert Fett die Aufnahme der PDE-5-Hemmer im Darm. Des Weiteren wird empfohlen, die PDE-5-Inhibitoren nicht mit Grapefruits oder Nitraten einzunehmen, da diese einen negativen Effekt auf die Wirkung haben können. Es sollte außerdem vor der Einnahme eines PDE-5-Hemmers zunächst mit dem behandelnden Arzt besprochen werden, welche Medikamente neben dem Potenzmittel noch eingenommen werden, um mögliche Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Arzneimitteln zu vermeiden. Levitra kann beispielsweise in Kombination mit Herzmedikamenten ernsthafte Gefahren birgen, während Viagra nicht gemeinsam mit Medikamente für Lungenhochdruck eingenommen werden sollte, da dies zu einem gefährlich hohen Blutdruck führen kann. Schließlich muss darauf hingewiesen werden, dass die Einnahme von PDE-5-Hemmern häufig mit unerwünschten Nebenwirkungen einhergeht. Je nach Wirkstoff des eingenommenen Präparats können Kopfschmerzen, niedriger Blutdruck, eine verstopfte Nase, Sehstörungen, Schwindel, Flush (Gesichtsrötung) und Verdauungsstörungen auftreten. Bei korrekter Anwendung der Potenzmittel sind gefährliche Nebenwirkungen jedoch die Ausnahme. Es kann allerdings vorkommen, dass die PDE-5-Hemmer zu einem Priapismus führen. Dies bedeutet, dass die Erektion nach dem Geschlechtsverkehr nicht wieder abschwillt. Ein Arzt sollte dann aufgesucht werden, wenn die Erektion durchgehend mehr als 4 Stunden anhält.

Topische Therapie mithilfe von Alprostadil

Neben den PDE-5-Hemmern, gibt es noch weitere verschreibungspflichtige Potenzmittel. Bei der topischen Therapie erfolgt die Medikation, anders als bei den zuvor beschriebenen Potenzmitteln, lokal. Diese örtlichen Therapien werden angewandt, wenn PDE-5-Hemmer nicht die gewünschte Wirkung erzielen, oder durch bestimmte Vorerkrankungen oder andere Medikamente nicht eingenommen werden dürfen. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn der Betroffene an einer schweren Herzerkrankung leidet oder in den letzten sechs Monaten einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten hat. Als Alternative zu den PDE-5-Hemmern kommt in der lokalen Therapie am häufigsten Alprostadil zum Einsatz. Das gefäßerweiternde Gewebehormon Alprostadil stellt den synthetischen Gegenentwurf zu Prostaglandin E1 dar, das im Körper enthalten ist. Es bewirkt in den Muskelzellen der Arterien eine Erschlaffung und führt zu einer Erweiterung der Blutgefäße. Durch die Verabreichung des Wirkstoffes Alprostadil wird somit die Durchblutung gefördert und die Gerinnung gehemmt. Der Vorteil ist, dass Alprostadil auch bei Erektionsstörungen zum Einsatz kommen kann, welche infolge von Nervenschädigungen entstanden sind. Anders als die PDE-5-Hemmer wird Alprostadil allerdings lokal angewendet. Die Verabreichung kann auf drei unterschiedliche Arten erfolgen: Eine Möglichkeit ist die Schwellkörper-Autoinjektionstherapie (kurz SKAT), bei der das Medikament kurz vor dem Geschlechtsverkehr nah an der Peniswurzel in den Schwellkörper injiziert wird. Die Wirkung der Spritze entfaltet sich meist schon nach wenigen Minuten. Es ist jedoch wichtig, dass die richtige Dosierung vom Facharzt ermittelt wird und, dass die korrekte Anwendung vom Patient speziell erlernt wird, um eine Verletzung und Überdosierung zu vermeiden. Die häufigste Nebenwirkung dieser Methode sind Penisschmerzen und Narbenbildung am Injektionsort, die auch bei sachgerechter Anwendung auftreten können. Weiterhin können Verletzungen der Harnröhre, der Gefäße oder der Nerven auftreten. Eine weitere Möglichkeit stellt das Medikamentöse Urethrale System zur Erektion (kurz MUSE) dar. Bei dieser Methode wird ein Alprostadil-haltiges Stäbchen („Minizäpfchen“) in die Harnröhre geführt und der Wirkstoff als kleines Pellet freigesetzt. Das Stäbchen löst sich in der Harnröhre auf und führt zu einer Erektion. Diese Behandlungsart kann allerdings eine schmerzhafte Dauererektion zur Folge haben. Im Gegensatz zu den PDE-5-Hemmern wirken sowohl die SKAT- als auch die MUSE-Methode ohne sexuelle Stimulierung, das bedeutet, dass der Penis auch ohne sexuelle Lust erigiert. Eine alternative Behandlung mit Alprostadil, die weniger invasiv ist, als die zwei bereits beschriebenen Methoden, stellen Creme-Tropfen (Vitaros) dar. Diese werden in die Harnröhrenmündung geträufelt. Der Wirkstoff dringt über die kleinen Blutgefäße der Harnröhrenwand in die Schwellkörper des Penis ein. Ein Teil gelangt somit in den venösen Beckenkreislauf. Nach Anwendung der Creme kann es zwischen fünf und 30 Minuten dauern, bis eine Erektion auftritt. Im Vergleich zur SKAT- und MUSE-Methode können mechanische Verletzungen von Schwellkörpern und Harnröhre auf diese Weise ausgeschlossen werden. Es sollte allerdings bei einer Behandlung mit der MUSE-Methode oder der Anwendung von Alprostadil Creme-Tropfen beim anschließenden Geschlechtsverkehr ein Kondom verwendet werden.

Rezeptfreie Potenzmittel

Im Gegensatz zu den in den vorherigen Abschnitten vorgestellten, potenzfördernden Mittel gibt es auch Erektionshelfer, die nicht verschreibungspflichtig sind. Bei den rezeptfreien Potenzmitteln lassen sich, ebenso wie bei den verschreibungspflichtigen Medikamenten, verschiedenen Untertypen voneinander abgrenzen. Es wird dabei vor allem zwischen pflanzlichen oder natürlichen Potenzpräparaten und mechanischen Potenzmitteln unterschieden. Allerdings können auch spezielle sportliche Übungen oder mentale Entspannungstechniken dabei helfen, einer Erektionsstörung entgegenzuwirken.

Pflanzliche und natürliche Präparate zur Steigerung der Potenz

Neben verschreibungspflichtigen Medikamenten, wie den PDE-5-Hemmern, sind in Apotheken normalerweise ebenso rezeptfreie Produkte zu finden, welche die Potenz verbessern sollen. Diese Mittel stehen in Deutschland frei zum Verkauf, allerdings ist die Wirkung von pflanzlichen und natürlichen Präparate wissenschaftlich nicht erwiesen. Jedoch enthalten einige dieser Mittel Wirkstoffe, welche einen positiven Effekt auf die Potenz haben können, indem sie beispielsweise die Durchblutung generell fördern. Die Wirkstoffe, die am häufigsten bei rezeptfreier Potenzmittel vorkommen, sind Turnera Diffusa, Arganin, Maca sowie Yohimbin. Turnera diffusa ist eine Pflanze, welche vor allem auf dem amerikanischen Kontinent zu finden ist und die eine aphrodisierende Wirkung haben soll. Durchgeführte Tests lassen vermuten, dass die Pflanze der Gattung der Safranmalven auf das Hormon Progestron einwirkt und somit die Potenz beeinflussen kann. Ein weiterer Wirkstoff ist Arganin, oder auch L-Arganin genannt. Arganin ist eine proteinogene Aminosäure, die in vielen Lebensmitteln, wie beispielsweise Walnüssen, Pinienkernen und Kürbiskernen vorhanden ist. Der Wirkstoff gilt als biogene Alternativen zu den PDE-5-Hemmern. Die Erektionsfähigkeit kann nach der Einnahme von Arganin aber nur langsam gesteigert werden. Die Maca-Pflanze ist ein weiteres Präparat, dem eine aphrodisierende Wirkung zugeschrieben wird. Das Gewächs ist vor allem in den peruanischen Anden zu finden und wird in Europa und den USA als natürliches Potenzmittel vermarktet. Die Pflanze enthält Sterine, die dafür sorgen, dass das Beckengewebe besser durchblutet und somit die Erektionsfähigkeit verbessern wird. Des Weiteren kann auch Yohimbin als ein natürlicher Stoff zur Behebung von Erektionsstörungen angesehen werden. Das Extrakt, das psychogen wirkt, ist in den Blättern sowie der Rinde des Yohimbe-Baumes enthalten. Der Wirkstoff hilft dabei, Stress sowie Ängste abzubauen und führt zu einer Erweiterung der Blutgefäße. Dies kann einer erektilen Dysfunktion entgegenwirken. Viele dieser natürlichen Präparate, die es zu kaufen gibt, werden aus verschiedenen Zutaten wie beispielsweise Kräuterextrakten, durchblutungsfördernden Gewürzen und Aminosäuren zusammengestellt. Meist entfalten diese Arten von Potenzmittel erst nach einer längeren Übergangszeit eine erektionsfördernde Wirkung und wirken nicht direkt nach der Einnahme.

Mechanische Erektionshilfen und weitere potenzfördernde Maßnahmen

Neben pflanzlichen sowie natürlichen Präparaten können ebenso mechanische Erektionshilfen als eine Art von Potenzmittel verstanden werden, da auch solche Produkte dabei helfen, die Erektionsfähigkeit zu verbessern. Zu nennen ist in diesem Zusammenhang im Besonderen die Vakuumpumpe in Verbindung mit Erektionsringen. Diese Pumpe wird bereits seit dem Jahr 1982 als mechanisches, nicht-invasives Hilfsmittel zur Erzeugung einer Erektion eingesetzt. Die Vakuumpumpe kann elektrisch oder manuell betrieben werden. Zunächst muss der bei dem Vakuumerektionshilfesystem enthaltene Kunststoffzylinder über das männliche Glied gestülpt werden. Anschließend wird der Pumpvorgang begonnen, mit dem Ziel Vakuum in diesem Zylinder zu erzeugen. Dies führt dazu, dass Blut in den Penis gesaugt wird. Nach der beschriebenen Anwendung wird ein Gummiring an der Peniswurzel befestigt, der den Rückfluss des Blutes verhindert. Die Vakuumpumpe bewirkt somit eine erhöhte Sauerstoffversorgung der Schwellkörper und verhindert dadurch nachhaltig Schrumpfungsprozesse in Umfang und Länge des Gliedes. Die klinische Erfolgsrate der Vakuumtherapie, die ohne die Einnahme von Medikamenten auskommt, ist mit einer Quote von 90 Prozent positiv zu bewerten. Es ist jedoch möglich, dass beim Samenerguss Schmerzen aufgrund der Einengung durch den an der Basis des Penis befestigten Gummirings auftreten. Des Weiteren besteht die Möglichkeit des Einsetzens von Schwellkörper-Implantaten in den Penis. Diese Behandlungsmethode einer erektilen Dysfunktion gilt allerdings als letzte Möglichkeit, um die Potenz wieder herzustellen. Bei diesem chirurgischen Eingriff werden die beiden Hauptschwellkörper des Penis zerstört und durch Implantate ersetzt. Das Verfahren kann die Erektionsfähigkeit in 90 Prozent der Fälle wiederherstellen und ermöglicht auch noch nach fünf Jahren bei rund 80 Prozent der Betroffenen eine Erektion. Diese Methode kann allerdings nicht rückgängig gemacht werden und sollte daher nur angewandt werden, wenn andere Behandlungsformen, wie beispielsweise eine medikamentöse Therapie, nicht anschlagen. Zudem können auch sportliche Aktivitäten wie Aerobic und Fitnesstraining effektive Präventionsmaßnahmen sein, um einer erektilen Dysfunktion entgegenzuwirken. Neben einer allgemeinen guten körperlichen Verfassung ist besonders ein gesunder Beckenboden wichtig. Daher können Männer mit gezieltem Training des Beckenbodens ihre Sexualität verbessern und die Erektionsfähigkeit positiv beeinflussen. Das Training sorgt dafür, dass das Becken stabil und die Körperhaltung gerade bleibt. In einigen Fällen haben die Erektionsstörungen allerdings keine organischen oder körperlichen Ursachen, sondern treten aufgrund von psychischer Belastung, Depressionen, Angststörungen oder Stress auf. In solchen Fällen können sogenannte mentale Erektionshilfen wie bestimmte Entspannungstechniken und Meditation dabei helfen, die Potenz zu verbessern. Der Besuch bei einem Psychotherapeuten kann somit bei Potenzstörungen mit psychischen Ursachen durchaus erfolgversprechend sein.